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Impfen von Hühnern: Informationen zur Vorsorgemaßnahme

Impfung beim HuhnNicht viele Themen sind so umstritten wie das Impfen. Die Vorsorgemaßnahmen sollen die Gesundheit der Hühner schützen, verursachen jedoch Zweifel und Kosten. Es gilt, die richtigen Impfungen auszuwählen und bei der Durchführung Regeln einzuhalten.

Durch die Kenntnis über die Vorgänge beim Impfen gewinnen Sie an Sicherheit und schützen Ihre Tiere vor gefährlichen Krankheiten. Impfen ist nicht immer eine freiwillige Entscheidung, da einige gesetzliche Vorgaben existieren. Sollten Sie sich unsicher sein, ob es sinnvoll ist die Hühner durch einen Impfstoff zu schützen, können Sie jeder Zeit bei einem Tierarzt um Rat bitten.

Soll ich meine Hühner impfen lassen?

Viele Impfungen sind gesetzlich vorgeschrieben, sodass sich die Frage automatisch beantwortet. Doch die Impfung erfüllt noch eine wesentlich wichtige Aufgabe: Sie schützt Ihre Tiere vor gefährlichen Erkrankungen. Bereits ein infiziertes Tier kann die gesamte Gruppe anstecken und in Gefahr bringen. Da jedoch kaum Kontrollen stattfinden, verzichten viele Hühnerhalter auf die Durchführung der Impfung, was fatale Folgen haben kann. Sie sollten sich daher an den gesetzlichen und empfohlenen Impfplan halten, um die Gesundheit der gesamten Hühnergruppe zu schützen. Impfen hat jedoch auch Risiken, die dabei in Kauf genommen werden müssen. Wenn Sie bei der Durchführung der Impfung verschiedene Punkte beachten, dann minimieren Sie diese Risiken.

In welchem Alter wird geimpft?

Die meisten Impfungen werden erstmalig in relativ jungem Alter verabreicht. Der Schutz muss möglichst früh vorhanden sein, um die Küken zu schützen. Einige Impfdosen können am Tag des Schlupfes injiziert werden, für andere ist eine Wartezeit von einigen Wochen notwendig. Nicht immer muss es eine klassische Impfung sein: Die meisten Impfstoffe können über das Trinkwasser aufgenommen werden.

Was muss ich beim Impfen beachten?

  1. Gerade beim Besuch von Ausstellungen kommt es gehäuft zu Ansteckungen der eigenen Hühner. Da auf den Veranstaltungen viele unterschiedliche Hühner aus allen Regionen und Ländern zusammen treffen, werden naturgemäß viele Krankheiten mitgebracht. Daher muss beim Besuch von Zuchtausstellungen besonders auf den ausreichenden und umfangreichen Impfschutz geachtet werden.
  2. Die Impfung gegen die Newcastle-Krankheit ist gesetzlich vorgeschrieben. Als Hühnerhalter müssen Sie einen Nachweis über die erfolgte Impfung besitzen und diesen auf Verlagen vorlegen können.
  3. Erfolgt die Impfung über das Trinkwasser, dann müssen Sie sicher stellen, dass alle Tiere ausreichend von der Flüssigkeit erhalten.
  4. Geschwächte und kranke Tiere dürfen nie geimpft werden. Würde diese Regel missachtet werden, dann bestünde für die Hühner Lebensgefahr. In diesem Punkt unterscheiden sich Hühner nicht von anderen Lebewesen, da eine Impfung in keinem Fall an kranke Tiere verabreicht werden darf. Das Immunsystem wird durch die Impfung stark belastet und kann dieser Mehrfachbelastung nicht standhalten. Im schlimmsten Fall kommt es zum Tod der Tiere. Daher muss vor jeder Impfung eine Untersuchung durch den Tierarzt stattfinden.
  5. Für die Verabreichung über das Trinkwasser müssen Sie ein sauberes Kunststoffgefäß verwenden. Das Wasser sollte gekühlt sein und einen maximalen Chlorgehalt von 5 mg/l aufweisen.
  6. Bewahren Sie das Impfserum an einem kühlen und dunklen Ort auf. Es darf in keinem Fall der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein.
  7. Die Hühner müssen die Flüssigkeit möglichst schnell zu sich nehmen. Spätestens innerhalb von 2 Stunden sollte die Impfdosis aufgenommen sein. Lassen Sie die Tiere vor der Impfung einige Stunden im Stall und entfernen Sie die Trinkschalen. Die Tiere werden durstig und beginnen im Anschluss sofort mit dem Trinken.

Wie wirkt ein Impfstoff?

Fall 1: Aktiver Impfstoff

Den Hühner werden abgeschwächte Dosen des Krankheitserregers gespritzt. Das Immunsystem beginnt daraufhin mit der Bildung von Abwehrstoffen und lernt aus diesem Ereignis. Sollten im Laufe des Lebens aktive Erreger in den Körper eindringen, dann ist das Immunsystem vorbereitet.

Fall 2: Passiver Impfstoff

Den Tieren werden die Abwehrstoffe geimpft, sodass diese dem Körper vorliegen ohne selbst gebildet worden zu sein.

Welche Impfstoffe werden angeboten?

  • Die Impfung zur Immunisierung gegen die Newcastle-Krankheit ist gesetzlich vorgeschrieben, da es sich um eine tödlich verlaufende und höchst ansteckende Erkrankung handelt. Es findet eine Grundimmunisierung statt, gefolgt von vierteljährigen Auffrischungsimpfungen. Die ersten Impfungen werden bereits im Kükenalter vorgenommen und über das Trinkwasser verabreicht.
  • Die Marek-Krankheit kann tödlich verlaufen und es existiert keine Heilungsmöglichkeit. Daher ist es zu empfehlen, eine Impfung vorzunehmen. Sie erfolgt am Tag des Schlupfe und wird in das Muskelgewebe injiziert.
  • Coccidiose-Impfung ist eine sinnvolle Impfung und wird im Kükenalter über das Trinkwasser verabreicht. Die Erkrankung schwächt die Tiere sehr und quält sie. Durch die Schwere der Krankheit kann es zum Tod kommen.
  • Wenn Sie mit den Hühnern an Zuchtausstellungen teilnehmen, dann sind Impfungen gegen Infektiöse Laryngotracheitis (ILT) und Impfungen gegen Bronchitis sinnvoll. Sie werden im privaten Bereich jedoch seltener verabreicht.

Welche Kosten entstehen beim Impfen der Hühner?

Die Kosten für die Impfungen schwanken sehr, da oftmals keine kleinen Packungsgrößen für die Impfungen angeboten werden. Ist die Verpackung für die Impfung gegen die Newcastle-Krankheit geöffnet, dann muss sie innerhalb weniger Stunden aufgebraucht sein. Die üblichen Packungsgrößen sind für 1000 Hühner ausgelegt, sodass die Hühnerhalter in diesen Fällen die Gesamtkosten tragen müssen, unabhängig davon, wie viele Tiere sie besitzen. Im Durchschnitt müssen Sie als Hühnerhalter von 10 Tieren mit jährlichen Kosten in Höhe von 300 Euro für das Impfen rechnen.


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