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Gefahren bei der eigenen Hühnerhaltung

Raubtiere sind eine große Gefahr für die Hühner. Es liegt in ihrer Natur, in den Stall eindringen zu wollen und sich ihre Nahrung selbst zu beschaffen. Nicht immer konzentrieren sie sich auf lediglich ein Tier. Es wurde bereits beobachtet, wie Raubtiere im Stall ein wahres Blutbad hinterlassen haben, da sie versuchten, möglichst viele Tiere zu töten, ohne diese fressen zu wollen. Es ist wichtig, dass Sie den Angreifern den Zutritt zum Gehege und dem Stall dauerhaft verwehren, um Ihre Hühner zu schützen.

Vögel – Wenn der Angriff aus der Luft startet

Eule RaubvogelFür die Vögel liegt ihr Vorteil in der Tatsache, dass sie fliegen können und somit von oben in das Gehege eindringen können. Viele Hühnerhalter sichern den eingefriedeten Bereich von den Seiten ab, vergessen jedoch den Schutz von oben. Dadurch haben die Raubvögel leichtes Spiel und können die Hühner angreifen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Tiere im Freigehege oftmals über wenig Versteckmöglichkeiten verfügen. Diesen beiden Problemen sollten Sie vorbeugen und geeignete Maßnahmen ergreifen.

Als erstes müssen Sie den Zaun für das Gehege nach oben hin verschließen. Bauen Sie ein Grundgerüst für den geschlossenen Zaun und beziehen Sie dieses mit engmaschigem Draht. Den Innenbereich des Geheges müssen Sie so gestalten, dass die Tiere in Gefahrensituationen Unterschlupfmöglichkeiten finden und sich verstecken können. Sehen sie die Gefahr in der Luft, dann können sie sich durch einen Unterstand „unsichtbar“ machen. Hierbei tritt jedoch das Problem auf, dass Haushühner oftmals das natürliche Verhalten verlernt haben und Gefahren nicht erkennen. In diesem Fall werden sie erst flüchten, wenn der Feind bereits in das Gehege eingedrungen ist. Aber auch dann haben sie mit Verstecken bessere Überlebenswahrscheinlichkeiten.

Katzen und Hunde – Auch Haustiere können zur Gefahr werden

Katzen und Hunde gehören ebenfalls zu den Raubtieren und können Hühner töten. Allerdings verspürt nicht jeder Hund diesen Drang und die meisten Tiere kommen sehr gut miteinander aus. Beobachten Sie daher ihren Hund sehr genau und finden Sie heraus, ob er sich für die Hühner interessiert. Ist dies der Fall, dann können Sie mit Erziehungsmaßnahmen dem Interesse entgegen wirken und gegebenenfalls einen Tiertrainer zu Rate ziehen.

Kann der Jagdinstinkt überwunden werden, dann führt dies für alle Beteiligten zu einer entspannten Situation. Eine Gefahr bleiben allerdings noch streunende Hunde. Es wird vielfach unterschätzt, dass Hunde auch höhere Zäune überspringen können. Ein zwei Meter hoher Zaun bietet noch keine ausreichende Sicherheit, da er von den Tieren überwunden werden kann. Sollten sich in der Nähe des Zaunes noch Sprunghilfen, beispielsweise ein Fass, ein Baum oder ein Auto befinden, dann wird der Zugang erleichtert.

Katzen konzentrieren sich vor allem auf Küken. Nicht immer wollen sie diese auch töten, es kommt allerdings der „Spieltrieb“ durch. Die Raubtiere jagen und fangen die kleinen Küken, welche dieses „Spiel“ nicht überleben. Daher sollten Sie den Nachwuchs gesondert schützen und stets ein Auge auf die kleinen Hühner haben. Eventuell können Sie ein kleineres Stück abtrennen und die Küken dort besonders gut schützen. Achten Sie darauf, dass keine Lücken in der Befriedung entstehen, da die kleinen Küken bereits durch die kleinsten Öffnungen gelangen können. Haben sie unverhofft den Durchgang durch den Zaun geschafft, dann wissen sie vielfach nicht mehr, wie sie wieder zurück in das Gehege gelangen können und sind im Außenbereich daher bis zu ihrer Rettung einer großen Gefahr ausgesetzt. Um Hunde und Katzen abzuhalten, sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Verschließen Sie den Zaun nach oben. Ist die nicht möglich, dann bauen Sie den Zaun so hoch wie möglich.
  • Vermeiden Sie jegliche Lücken im Zaun. Beachten Sie, dass Katzen sehr schmal sein können und sich daher durch enge Bereiche durchzwängen.
  • Halten Sie Küken in einem besonders geschützten Bereich. Wichtig ist, dass sich die Glucke bei den Küken befindet. Im Notfall schlüpfen die Küken unter das Federkleid und schützen sich.
  • Verbieten Sie Ihrem eigenen Hund das Jagen der Tiere.
  • Entfernen Sie Aufstiegshilfen in der Nähe des Geheges.
  • Bauen Sie den Zaun robust und widerstandsfähig, da Hunden und Katzen größere Kräfte entwickeln können und somit den Zaun beschädigen können.
  • Führen Sie den Zaun auch unter dem Erdreich noch ein Stück weiter, damit sich Hunde nicht unter dem Zaun durchgraben können. Gehen Sie regelmäßig das Gehege ab, um zu erkennen, ob ein Hund an einer Stelle bereits mit dem Graben begonnen hat.

Fuchs und Marder als natürliche Feinde

Fuchs als natürlicher FeindFüchse und Marder sind relativ klein und können durch enge Stellen im Zaun eindringen. Daher müssen Sie auf einen sicheren Verschluss achten. Können die Hühner den Kopf durch den Zaun stecken, dann ist es bereits vorgekommen, dass Füchse diese Situation ausgenutzt haben. Daher sollten Sie den Zaun möglichst engmaschig wählen und den Hühnern keinen Anreiz bieten, den Kopf in den Außenbereich stecken zu wollen. So sollte nach Möglichkeit, kein Futter direkt neben dem Zaun verschüttet werden oder das Grün in unmittelbarer Nähe des Geheges besonders saftig sein.

Von Vorteil ist außerdem, wenn Sie einen Hahn im Gehege halten, da dieser in einer Gefahrensituation die Hühner warnen kann. Er ist dem Fuchs nicht immer gewachsen, kann ihn jedoch in einigen Fällen vertreiben. In jedem Fall kann er den Hühnern wertvolle Zeit verschaffen, sich in Sicherheit zu bringen. Sichern Sie außerdem den Stall durch verriegelte Türen ab und sorgen Sie dafür, dass sich die Hühner in der Nacht in ihrem Stall aufhalten. Hier sind sie am sichersten.

Sollte es dennoch zu einen Eindringen von Raubtieren in das Gehege gekommen sein, dann müssen Sie verletzte Tiere identifizieren und vom Tierarzt behandeln lassen. Säubern Sie den Stall gründlich, um die Hygiene herzustellen und die Psyche der Hühner zu entlasten. Diese werden in den nächsten Tage verängstigt sein, sollten jedoch in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben, um das Trauma nicht zu vergrößern.