Skip to main content

Die artgerechte Hühnerhaltung – Voraussetzung für glückliche und gesunde Tiere

Es existieren viele verschiedene Gründe für die Hühnerhaltung. So können Sie die Tiere beispielsweise zur Versorgung der eigenen Familie halten und sich über frische Eier sowie Fleisch freuen. Oder Sie sind in der Zucht tätig und haben sich auf bestimmte Rassen spezialisiert. In allen Fällen ist es entscheidend, auf die artgerechte Haltung zu achten. Sie betrifft sowohl den Bau eines geräumigen und sicheren Geheges wie auch die Versorgung und Pflege. Unter idealen Bedingungen profitieren Sie von glücklichen und gesunden Hühnern, die Ihnen viel Freude bereiten und Sie täglich mit köstlichen Eiern versorgen. Im Folgenden haben wir viele hilfreiche Tipps für Sie zusammen gestellt, die zeigen, wie eine artgerechte Haltung mit relativ wenig Aufwand zu realisieren ist.

Artgerechte Hühnerhaltung

Die Auswahl der richtigen Hühnerrasse – Tipps für den Kauf

Als erstes stellt sich die Frage, ob Sie sich für ein Rassehuhn oder eine Hybridzüchtung entscheiden sollten. Die Vorteile von Hybridzüchtungen liegen in dem günstigeren Anschaffungspreis. Sie eignen sich für die Eierproduktion ebenso wie Rassehühner, sind allerdings nicht für die Zucht gedacht. Zu Beginn ist es in jedem Fall zu empfehlen, Rassen auszuwählen, die einfach in der Haltung sind und dennoch gute Ergebnisse in der Eierproduktion erzielen. Unter anderem eignen sich folgende alte Landhuhn- beziehungsweise Wirtschaftsrassen:

  • Wyandotten
  • Vorwerk
  • Sussex
  • Bielefelder Kennhuhn
  • Plymouth Rocks
  • Orpington
  • New Hampshire

Wenn Sie die Eier zur Selbstversorgung verwenden möchten, dann sollten Sie mit 3 Hühnern für 2 Personen rechnen. Eine durchschnittliche Familie mit 3 bis 4 Personen kann mit 4 bis 6 Hühnern versorgt werden, abhängig von den persönlichen kulinarischen Vorlieben.

Häufige Krankheiten bei Hühnern – so senken Sie das Risiko

Krankheiten können im schlimmsten Fall zum Tode der Tiere führen. Durch einen hohen Hygienestandard und ein aufmerksames Beobachten der Tiere können Sie viele Erkrankungen vermeiden, jedoch nicht alle. Wichtig ist vor allem, darauf zu achten, dass neue Hühner die bestehende Gruppe nicht anstecken können. Daher sollten Sie Neuankömmlinge zunächst einmal separieren und vom Tierarzt untersuchen lassen. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über häufige Krankheiten bei Hühnern sowie allgemeine Hinweise:

1. Wie können Krankheiten entstehen?

  • unsaubere Haltung
  • Viren
  • Bakterien
  • Parasiten

2. Newcastle-Krankheit

Hierbei handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung, welche ein der Geflügelpest ähnliches Krankheitsbild aufweist. Auf den Menschen übertragen kann der Virus zu einer Bindehautentzündung führen. Die Übertragung zwischen den Tieren erfolgt auf vielen verschiedenen Wegen, beispielsweise über die Atemluft und den Kot. Eine Eindämmung ist sehr schwierig, sodass professionelle Hilfe notwendig ist. Das Krankheitsbild ist sehr unspezifisch und reicht von einer verminderten Legeleistung bis hin zu Blutungen und hohem Fieber. Wird die Newcastle-Krankheit diagnostiziert, dann verhängt das Veterinäramt eine Geflügelsperre im Umkreis von drei Kilometern. Infizierte Tiere müssen getötet werden und die Ställe müssen gründlich desinfiziert werden. Alle übrigen Tiere müssen für mindestens drei Wochen in ihren Behausungen verbleiben.

3. Weitere gefährliche Krankheiten

Zu den häufigsten Erkrankungen gehören:

  • Marek-Krankheit
  • Kokzidiose
  • infektiöse Bronchitis
  • Schwarzkopfkrankheit

Die Haltung – praktische Tipps

Wenn Sie sich für die Hühnerhaltung entscheiden, dann müssen Sie beachten, dass dies mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Sie sollten sich täglich über den Gesundheitszustand der Tiere vergewissern, müssen sie füttern, das Wasser austauschen und den Stall wenigstens von den gröbsten Verunreinigungen befreien. Ein bis zwei Mal pro Woche sollte eine gründliche Reinigung erfolgen. Rechnet man den sich daraus ergebenen Zeitbedarf zusammen, dann müssen Sie pro Woche mit rund zwei Stunden Arbeit rechnen.

Hinzu kommen notwendige Reparaturen am Stall und dem Gehege. Bei der Haltung ist es außerdem wichtig, den Tieren genügend Abwechslung zu bieten. So sollten besonders schattige aber auch sonnige Plätze vorhanden sein. Im Winter müssen die Hühner die Möglichkeit erhalten, in einem geschützten und isolierten Raum untergebracht werden zu können. Im Sommer darf sich der Hühnerstall nicht zu sehr aufheizen. Sehr schön sind kleine Badestellen für die Tiere. Hierfür können Sie eine flache Wanne verwenden. Achten Sie jedoch darauf, dass sich mit Kot versetztes Wasser nicht ansammeln kann. Es muss ein Ablauf vorhanden sein und das Wasser muss täglich gewechselt werden.

Die Kosten für die Hühnerhaltung bestehen im Wesentlichen aus den Ausgaben für das Futter und den Aufwendungen für den Tierarzt. Als Futter ist ein Alleinfuttermittel bestens geeignet, da dieses bereits alle lebenswichtigen Inhaltsstoffe enthält. Allerdings wird diese Fütterungsvariante den Tieren schnell langweilig, sodass sich Ergänzungsfuttermittel anbieten. Sie erfordern jedoch eine genaue Beschäftigung mit den Bestandteilen, um eine optimale Abdeckung zu erreichen. In der Regel muss noch Getreide hinzugemischt werden. Weizen, Mais und Gerste gehören zu den beliebtesten Getreidearten, möglich ist aber auch Roggen.

Die gesetzlichen Anforderungen an die Hühnerhaltung sind sehr niedrig, sodass Sie in diesem Punkt keine Schwierigkeiten erhalten. Die Regelungen entsprechen meistens leider denen der Industrie.

Wenn der Nachwuchs aufgezogen wird

Die Brutzeit bei Hennen beträgt rund 21 Tage, dies ist jedoch nur ein gemittelter Wert. Die besten Bedingungen für das Brüten und die Aufzucht der Küken bietet der Frühling. Allerdings kommt es auch außerhalb dieser Zeit oftmals zu Nachwuchs bei den Hühnern. In diesem Fall ist es entscheidend, die Bedingungen durch die Haltung zu optimieren.

Die Glucken müssen einen trockenen, sauberen und warmen Bereich im Stall erhalten, an welchem sie brüten können. Während des Brütens sitzen die Hennen fast ausschließlich den kompletten Tag auf den Eiern. Im Allgemeinen stehen sie einmal am Tag auf, um zu fressen, ein Stück zu laufen und zu koten. Diese Zeit dient gleichzeitig auch der Versorgung der Eier mit frischem Sauerstoff. Zudem wenden die Glucken die Eier regelmäßig, wodurch ein Ankleben der Küken an die Eierschale verhindert wird. Sind die Küken geschlüpft, so sind sie zu Beginn sehr empfindlich und benötigen ebenfalls eine trockene und warme Umgebung, Außerdem müssen sie ausreichend mit Nahrung versorgt werden. Im Fachhandel wird spezielles Futter für Küken angeboten.

Ein kurzes Fazit zur artgerechten Hühnerhaltung

Frische EierArtgerechte Hühnerhaltung ist mit einfachen Mitteln zu realisieren und sorgt für Gesundheit und Zufriedenheit bei den Tieren. Sie ermöglicht es Ihnen, den Tieren ein würdevolles Leben zu ermöglichen, abseits der Massenhaltung. Sie genießen ausreichend Auslauf und liefern Ihnen gleichzeitig frische Eier, welche Sie unbedenklich konsumieren können. Im Supermarkt gekaufte Eier können mit Dioxin und Antibiotika belastet und somit für die Gesundheit eine Gefahr.

Wenn Sie Hühner selbst halten, dann wissen Sie genau, woher die Eier und das Fleisch stammen und können für den einwandfreien Zustand sorgen. Die Tiere freuen sich über ein entspanntes und zufriedenes Leben. Ein weiterer Vorteil ergibt sich besonders dann, wenn Kinder mit in Ihrem Haushalt leben. Sie können zusammen mit Tieren aufwachsen und lernen viele wertvolle Dinge über die Natur. Selbstverständlich sind Hühner keine Kuscheltiere, jedoch bieten sich viele Gelegenheiten, um mit den Tieren in Kontakt zu treten. Ob beim Füttern oder beim Säubern des Stalls – Hier lernen bereits die Kleinsten, Verantwortung zu übernehmen. Die Nähe zu Tieren wird von Groß wie Klein geschätzt.